Wer stillen will, soll stillen können!

Baby weint auf dem Arm

Auch zu viel Milch ist manchmal sehr unangenehm!

Wenn die Brust zu viel Milch bildet

Während einige Frauen verzweifeln, weil sie glauben zu wenig Milch zu haben, kämpfen andere Mütter mit einem starken Milchüberschuss. Ein Problem, was nicht weniger schlimm ist und auf Dauer sehr belastend sein kann.

Gründe für den Milchüberschuss

Warum Dein Körper mehr Muttermilch bildet als gebraucht wird, kann verschiedene Ursachen haben. In der Regel ist ein Überschuss ein kurzfristige Sache - Dein Körper wird die Milchmenge innerhalb weniger Tage anpassen. Meistens liegt es nämlich an diesen drei Gründen:

  1. Einpendeln nach der Geburt
  2. Besonders in den ersten Tagen nach dem Milcheinschuss muss Dein Körper erst herausfinden, wieviel Muttermilch benötigt wird und schießt dabei meist über das Ziel hinaus. Das pendelt sich mit der Zeit ein.

  3. Stillabstände werden länger
  4. Mit zunehmendem Alter Deines Kindes werden die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten länger. Besonders nachts schläft es im Idealfall mal mehr als 3 Stunden. Dann hast Du recht schnell sehr volle Brüste, die sich aber nach einigen Tagen an das neue Stillmuster gewöhnen werden.

  5. Nach Wachstumsschüben
  6. Nachdem Dein Kind innerhalb seiner Wachstumsschübe den Mehrbedarf durch häufiges Stillen "angemeldet" hat, produziert dein Körper mehr Milch. Manchmal zu viel. Auch hier wird der Bedarf innerhalb weniger Tage "von allein" angepasst.

Milchüberschuss macht Probleme

Die übervolle Brust ist prall und empfindlich; ein Milchstau ist nicht weit. Darüber hinaus läuft die Milch "einfach so" aus der Brust - schnell sind BH und T-Shirt durchweicht. Für Dein Baby ist die Brustwarze und der Warzenhof jetzt sehr schwer zu fassen und die Milch spritzt förmlich. Damit sind einige Kinder überfordert, verschlucken sich häufig oder wollen gar nicht an die Brust.

Probleme können gelöst werden

Das klingt alles sehr anstrengend? Keine Panik, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dank kleiner, seit vielen Generationen bewährten Tricks und Hausmitteln lassen sich die Beschwerden effektiv lindern:

  • Kaum oder gar nicht Abpumpen
  • Solltest du bisher nach dem Stillen abgepumpt haben, um die Brust zu entleeren, hör damit auf! Du spielst deinem Körper auf diese Weise einen höheren Bedarf vor und regst die Milchbildung an. Um den Druck aus der übervollen Brust zu nehmen, ist es sinnvoller beispielsweise unter der warmen Dusche auszustreichen. Wenn du gerne pumpen möchtest (falls das Ausstreichen nicht gut klappt), dann nur so viel, das die größte Spannung verschwunden ist. Sonst, wie gesagt, wird die Milchbildung wieder angeregt.

  • Ausstreichen vor dem Anlegen
  • Wenn dein Kind mit der übervollen Brust überfordert ist, versuche vor dem Stillen auszustreichen. So minderst Du den ersten Druck. Wärme die Brust gut vor (warmer Waschlappen, warmes Wasser, Kirschkernkissen, Wärmflasche ...) und streiche vorsichtig etwas aus. So kann Dein Baby leichter die Brust mit dem Mund fassen und wird nicht von spritzender Muttermilch überrumpelt.

  • Kühlen
  • Die Brust nach dem Stillen zu kühlen hilft die Milchbildung zu hemmen. Dazu eignen sich Quarkumschläge, ausgerollte Weißkohlblätter, feucht eingefrorene Einmalwindeln oder auch gut in Tücher eingeschlagene Tiefkühlkost. Achtung, nicht das es zu kalt wird!

  • An einer Brust stillen
  • Wenn du zu viel Milch hast, ist es ratsam nur an einer Brust zu stillen und nicht zu wechseln. Es ist völlig normal, das aus der anderen auch Milch läuft. Wenn es möglich ist, lass sie rauslaufen und halte dir einfach eine Mullwindel unter die Brust. So minimiert sich der Druck in der nicht gestillten Brust von alleine. Ist das nicht möglich kannst du die Brust auch mit dem Unterarm oder mit der Hand abdrücken, so läuft nach kurzer Zeit nichts mehr aus. Hochwertige Stilleinlagen sind dabei sehr empfehlenswert. Die nicht entleerte Brust ist dann bei der nächsten Stillmahlzeit an der Reihe, sollte aber immer mal wieder ausgestrichen werden.

  • Milchbildungshemmende Nahrungsmittel
  • Einigen Nahrungsmitteln sagt man nach, das sie die Milchbildung hemmen und sind so eine gute Hilfe bei Milchüberschuss. Dazu gehört unter anderem Salbei und Pfefferminze. Ein bis Zwei Tassen Salbei- oder Pfefferminztee pro Tag sind eine gute Unterstützung

  • Homöopathische Hilfe
  • Natürlich kann man die Milchmenge auch zusätzlich mit homöopathischen Mitteln reduzieren. Sollte dein Gynäkologe oder Hausarzt in diesem Bereich ausgebildet sein, ist er der Beste Ansprechpartner. Auch deine Nachsorgehebamme hat eventuell Ahnung von Globulis und Co. Nachfragen lohnt sich!

Muttermilch spenden

Muttermilch abzugeben ist leider bisher nur für Frauen in Großstädten im Osten der Republik möglich. In sogenannten Milchküchen oder Frauenmilchsammelstellen einzelner Krankenhäuser wird überschüssige Muttermilch gerne angenommen. Aber natürlich nicht ohne strenge Kontrollen und diversen Auflagen. Zum Beispiel wird das mütterliche Blut untersucht, denn natürlich können nur gesunde Mütter spenden. Außerdem muss die Spenderin auf Alkohol und Rauchen selbstverständlich völlig verzichten. Die Milch wird dann untersucht, pasteurisiert, tiefgefroren und in portioniert zu den kleinen Patienten gebracht. Besonders für Frühchen und kranke, schwache Neugeborene ist die fremde Muttermilch ein Segen.
Für die Milchspende gibt es eine Aufwandsentschädigung von etwa fünf bis sechs Euro pro Liter.
Auch in München soll eine Muttermilchsammelstelle entstehen. Ein schönes Zeichen dafür, dass Muttermilch auch in der Medizin wieder als das Beste für das Kind gesehen wird.
In Amerika hingegen boomt der Internethandel mit Muttermilch. Zu teilweise horrenden Preisen verkaufen Mütter allen Altersstufen und Gesellschaftschichten ihre Milch - natürlich ohne offizielle Kontrolle.

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Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.

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