Wer stillen will, soll stillen können!

nackte Brust mit Hand verdeckt

Wunde Brustwarzen sind schmerzhaft, lassen sich aber gut behandeln

Wunde Brustwarzen durch das Stillen

Wunde, blutige und schmerzende Brustwarzen sind für viele Frauen ein Grund vorzeitig abzustillen. Das verwundert nicht. Aber besonders am Anfang sind diese Probleme fast normal, denn die Brustwarze muss sich erst an die neue Belastung gewöhnen. Meistens ist das Problem nach einigen Tagen verschwunden, sonst sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wie entstehen wunde Brustwarzen?

Wunde Brustwarzen entstehen in den meisten Fällen, weil das Baby falsch angelegt wird. Zum Beispiel, wenn es nicht den ganzen Warzenhof, sondern nur die Brustwarze selber im Mund hat. Sie liegt also falsch im Mund des Kindes und wird zusammengedrückt, was natürlich Probleme verursacht. Das passiert oft, wenn die Brust zu prall ist und so schlecht vom Baby gefasst werden kann.
Wenn der Milchspendereflex, aus welchem Grund auch immer, vermindert ist, kann beim Saugen ein zu großer Unterdruck entstehen. Der wiederum belastet die Brustwarze sehr.
In seltenen Fällen können Kinder auch ein zu kurzes Zungenbändchen haben, wodurch die Zunge nicht die untere Kieferleiste bedeckt und so die Brustwarze nicht von der Zunge wie vorgesehen massiert, sondern von zusammengedrückt wird.
Die Brustwarze wird natürlich auch verletzt, wenn man das Kind zu früh nicht korrekt von der Brust nimmt.

Wunde Brustwarzen vorbeugen

Das Wichtigste, wenn du wunde Brustwarzen vermeiden willst, ist, das du lernst dein Kind richtig anzulegen. Lass dir dabei von deiner Hebamme, einer erfahrenen Kinderkrankenschwester oder einer Stillberaterin helfen. Wenn du schon beim ersten kleinen Hungerzeichen anlegst, verhinderst du, dass dein Baby zu heftig saugt und schonst damit auch deine Brust. Ist die Brust besonders prall kannst du sie vor dem Stillen ausstreichen, um etwas den Druck zu mindern und leichter anlegen zu können. Musst du die Stillmahlzeit vorzeitig beenden, dann löse dein Kind mit Hilfe deines kleinen Fingers, den du in den Mundwinkel deines Babys schiebst.

Was hilft bei wunden Brustwarzen?

Hausmittel

Ist die Warze einmal wund, muss eine gute Behandlung her. Das natürlichste und einfachste ist die Kombination Muttermilch, Babyspeichel, frische Luft und Sonnenstrahlen. So heilt die Brust am einfachsten. Ist es schon besonders schlimm, gibt es noch weitere Tricks: Viele Frauen empfehlen Teebeutel mit schwarzem Tee. Den Teebeutel einfach kurz in heißem Wasser ziehen lassen, abkühlen lassen und ausgedrückt hinter die Einmalstilleinlage auf die Brustwarze legen. Ein weiteres vielgelobtes Hausmittel ist in Wasser aufgelösten Traubenzucker auf die schmerzenden stellen zu streichen.
Auch einer der erfolgreichsten und beliebten Mittel bei wunden und blutigen Brustwarzen ist Heilwolle. Das ist naturbelassene und nur mit klaren Wasser gewaschene Schafswolle, die einen sehr hohen natürlichen Lanolingehalt hat. Heilwolle ist nicht nur günstig und ökologisch, sondern ebenfalls wunderbar bei einem wunden Kinderpopo einsetzbar.

"Konventionelle" Hilfe

Außerdem gibt es diverse "Brustwarzencremes" im Handel. Doch die sollten mit Vorsicht genossen werden. Am gängigsten sind Salben, die aus Lanolin, also Wollwachs bestehen. Viele Kinder verweigern die Brust, wenn sie anders schmeckt oder riecht. Wenn du zuhause bist, sind sogenannte Milchauffangschalen oder ein Brustwarzenschutz eine gute Idee. Das sind kleine Schälchen aus Silikon o.Ä. die vor die Brust gelegt werden. Milchauffangschalen sind eigentlich für Frauen gedacht, bei denen normale Stilleinlagen zu schnell durchweicht sind. Aber auch bei wunden Brustwarzen, sind sie sehr hilfreich, weil ein gewisser Abstand zum BH entsteht und die Brustwarze nicht am Stoff reibt.

Den gleichen Effekt hat ein Brustwarzenschutz. Außerdem kommt Luft dran, was die Heilung erleichtert. Allerdings sind Milchauffangschalen nicht gerade unsichtbar und damit nicht unbedingt für die Öffentlichkeit geeignet.
Inzwischen gibt es auch verschiedene Hersteller von Gel-Kompressen, die auf die Brust gelegt, den Schmerz lindern und den Heilungsprozess fördern sollen. Bei vielen schmerzgeplagten Müttern sind sie sehr beliebt.
Teilweise, wenn die Schmerzen zu stark sind, kann eine Stillpause helfen. Das ist aber wirklich nicht optimal und du solltest das auf jeden Fall mit deiner stillerfahrenen Nachsorgehebamme oder deiner Stillberaterin absprechen, wenn du weiter stillen willst.

Achtung Soor!

Heilen die Brustwarzen trotz allen Vorbeuge- und Behandlungsmaßnahmen nicht, solltest du unbedingt deine Hebamme oder deinen Arzt um Rat fragen. Besonders wenn deine Brustwarze rot glänzt, juckt, brennt und mit weißlichen Belegen überzogen ist, kann es sich um eine Soorinfektion handeln. Soor ist ein Pilzinfektion, die nicht selten auftritt. Durch eine schnelle Behandlung (von Mutter und Kind!) ist sie aber leicht in den Griff zu bekommen.

Ammenmärchen

Eisern hält sich das Gerücht, das Blut in der Muttermilch (was bei wunden Brustwarzen vorkommt) zu Verdauungsstörungen führt und diese Milch weggeworfen werden muss. Das ist falsch! Wunde Brustwarzen sind wirklich schmerzhaft und unangenehm, aber in keinerweise schädlich, ungesund oder unverdaulich für dein Baby! Deshalb auch kein Grund zum Abstillen.

Häufig wird in Internetforen empfohlen, die Brust schon in der Schwangerschaft quasi vorzubreiten, indem man die Brustwarze reibt oder mit Bürsten bearbeitet. Der Nutzen davon ist allerdings nicht nachgewiesen. Man geht eher davon aus, das es vorzeitige Wehen auslösen kann und damit mehr schadet als nutzt.

Die Psyche spielt auch eine Rolle

Es mag unglaublich klingen, aber es gibt Vermutungen, das Frauen, die sich nicht wohl fühlen mit dem Stillen, sowie Frauen mit Depressionen, eher zu Stillbeschwerden, wie wunden Brustwarzen neigen. Das verwundert nicht, denn kein körperlicher Prozess ist so mit der Seele verbunden, wie die Ernährung eines Kindes mit der Brust.

Insgesamt 3 Kommentare:

Kuh schrieb am: 2015-11-22 16:12:28
Liebe Lisa,Dein Mann sorgt bei mir auch für wunde Euter der Schelm. Während Du das Baby stillst kuschel ich auch mit Eurem Schaf. Das hat mir sehr geholfen.PS.: Dein Mann hats voll drauf!!!Muuhhhhh.....
Schaf schrieb am: 2015-06-03 09:25:32
Liebe Lisa, ich habe herzlich über deinen Kommentar gelacht!
Lisa 78 schrieb am: 2014-07-22 09:57:49
Meine Brüste sind nach allen drei Schwangerschaften in der Stillzeit wund geworden. Teilweise haben die Warzen richtig dolle geblutet. Mein Mann hat mir dann beim dritten Kind ein richtiges Schaf gekauft. Wärend das Baby dann geschlafen hat konnte ich mich mit dem Schaf ins Bett legen und meine Brüste ins warme Fell kuscheln. Das Problem mit dem Blut hat sich innerhalb von ein paar Stunden aufgelöst. Mitlerweile schlafe ich nur noch mit dem Schaf im Bett, mein Mann hat sich als Partner jetzt eine Kuh zugelegt.Alles gute für Eure Brüste, Lisa

Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.

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