Wer stillen will, soll stillen können!

Warum diese Seite entstand

Mein Sohn kam Ende November 2010, drei Tage vor dem errechneten Termin zur Welt. Für mich war schon in der Schwangerschaft klar, dass ich stillen möchte. Muttermilch ist einfach das Beste für mein Kind. Wasser abkochen, Fläschchen sterilisieren, nachts aufstehen - und dafür noch Geld bezahlen? Nicht mit mir! Die Natur hat recht und ich habe kein Interesse mich ihr zu widersetzen.

Ein verkorkster Start

Zugegeben, es war nicht einfach. Die Geburt war alles andere als traumhaft und mein Sohn wurde wegen seiner schlechten Werte sofort auf die Kinderstation gebracht. Trotz seiner stattlichen 3900 Gramm lag er nun in seinem Glaskasten und Körperkontakt gab es nur mit desinfizierten Händen durch die vorgesehen Öffnungen. Die Kinderkrankenschwestern waren nicht an meinem Stillwunsch interessiert. Mein Sohn bekam Glucoselösung aus der Flasche, obwohl seine Werte stabil und normal waren. Nur nach vehementen Nachfragen bei den Schwestern der Wöchnerinnenstation bekam ich ohne Erklärungen eine Milchpumpe. Beim ersten Abpumpen brachte ich stolz 30 Milliliter goldgelbes Kolostrum zu meinem Sohn. Geben durfte ich sie ihm nicht, da er gerade Pulvermilch bekommen hatte und ich das Füttern ja auch gar nicht könnte. Ich war verzweifelt.

Blanke Verzweiflung

Und so ging es weiter. Als ich endlich anlegen durfte, brauchte ich auf Unterstützung nicht zu hoffen. Ich war völlig hilflos und überfordert. Schon nach dem ersten Stillen waren meine Brustwarzen wund, nachdem zweiten blutig. Gestillt wurde zwischen den Betten und dem Besuch der anderen Kinder. Von Intimsphäre oder einem angenehmen Umfeld war nicht zu sprechen. Vor und nach jedem Anlegen musste ich mein Baby wiegen. Wir erreichten nie die geforderten 100 Gramm. Ich war am Boden zerstört, wollte nur noch nach Hause. Das durfte ich aber laut der Schwestern nicht, solange der Kleine nicht genügend trinkt.

Völlig hilflos

So in etwa muss man sich meinen Start als Mutter und als Stillende vorstellen. All diese Situationen hier aufzuzählen würde aber den Rahmen sprengen.
In diesen Krankenhaustagen war ich den "Weisheiten" der Krankenschwestern ausgesetzt und konnte mich nicht wehren, weil ich es einfach nicht besser wusste. Ich hatte zwar ein Buch gelesen, war aber in keinster Weise auf das, was kam, vorbereitet.

Es geht doch!

Endlich zuhause lief die Milch wie aus Kübeln. Meine Hebamme zeigte mir, wie man korrekt anlegt, und machte mir Mut. Mein Sohn nahm zu und schon nach kürzester Zeit waren wir ein eingespieltes Team. Natürlich gab es den ein oder anderen Milchstau, die Milch lief aus oder ich hatte ein schreiendes, zappelndes Kind an der Brust. Aber Probleme lösen sich, teilweise sogar von selbst. Und auch als die nächsten Monate in anderer Hinsicht von Tiefschlägen geprägt waren, stillte ich weiter. Für mich existierte einfach keine Alternative.

Jede Frau soll stillen können!

Ich stille nicht mehr. Ich bin keine "Langzeitstillerin", sondern habe ganz entspannt nach einer zehnmonatigen, schönen Stillzeit bewusst abgestillt. Mein Sohn brauchte auch kein Fläschchen, denn er aß mit großem Appetit.
Die Tage im Krankenhaus haben mich geprägt. Ich habe angefangen mich gründlicher zu informieren und mir fiel es wie die Schuppen von den Augen. Ich verstand nun, wie mein Körper funktioniert. Keine Frau soll hilflos dem ewig gestrigen "Fachwissen" des Krankenhauspersonals ausgeliefert sein, zernagt von Selbstzweifeln und mit blutendem Herz in den neuen Lebensabschnitt als Mutter starten. Mir sind zu viele Mütter begegnet, die wirklich gerne gestillt hätten, es aber aus unerfindlichen Gründen nicht konnten. Ich glaube, weil sie es einfach nicht besser wussten. Und das möchte ich ändern, jede Mutter hat das Recht ihr Kind zu stillen.

Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.