Wer stillen will, soll stillen können!

Mutter stillt ihr Kind diskret

Dezent stillen

Stillen in der Öffentlichkeit

Zunächst ist das Stillen in der Öffentlichkeit unangenehm, egal ob im Einkaufscenter oder bei Freunden. Es ist eben eine intime Sache, zwischen Mutter und Kind. Auch der Gedanke, das ein Fremder die Brust sehen kann, lässt schaudern. Berichte von Stillenden, die aus Cafés verwiesen werden sorgen auch nicht für mehr Sicherheit. Doch es klingt schlimmer als es eigentlich ist.

Stillen weder verboten, noch verpönt

Man ist ja nicht den ganzen Tag zu Hause, sondern auch mal länger unterwegs, ob zum Shoppen, zu Besuch bei Freunden oder beim Kindersarzt ... Aber was tun, wenn das Baby unterwegs Hunger bekommt? Keine Angst, Stillen in der Öffentlichkeit ist in Deutschland weder verboten noch verpönt. Nur gelegentlich erfähren wir aus der Presse, von Café oder Restaurantbesitzern, die das Stillen in ihrem Lokal ablehnen. Sie können stillende Mütter legal "rauswerfen", denn sie haben das sogenannte "Hausrecht". Doch das ist eher selten und solche Geschäfte schädigen damit meistens nur den eigenen Ruf.

Sicherheit mit Erfahrung

Doch vielen Frauen ist trotzdem das Stillen außerhalb der eigenen Vier Wände unangenehm. Zugegeben, in der Öffentlichkeit anzulegen ist am Anfang etwas befremdlich, aber umso besser man es kann, umso leichter fällt es. Die "Handgriffe" sitzen besser und auch das Kind wird zunehmend routinierter.

Stillkleidung macht es leichter

Inzwischen gibt es schöne und modische Stillkleidung, die es mit etwas Übung quasi unmöglich macht irgendetwas sichtbar zu machen. Die Still-BHs lassen sich schnell und diskret öffnen und T-Shirts oder Blusen geben nur das frei, was nötig ist. Alles andere wird vom Kopf des Babys verdeckt. Zur Sicherheit kann man, vor allem am Anfang, eine Mullwindel (Spucktuch) beziehungsweise je nach Wetter einen Schal oder ein Tuch über die Schulter legen. So bist du auch vor den neugierigsten Blicken geschützt.

Rückzugsorte suchen

Manchmal bietet es sich an, sich in eine ruhige Ecke oder in ein Nebenzimmer zurückzuziehen. Besonders am Beginn der Stillbeziehung ist das manchmal die bessere Alternative, denn die Mutter soll sich wohlfühlen und entspannen können. Und das Kind ist so auch weniger abgelenkt und kann in Ruhe trinken. Öffentliche Toiletten sind kein Lösung. Der Raum sollte für beide angenehm sein und eine bequeme Sitzmöglichkeit bieten!

Rücksicht nehmen

In Deutschland gehören stillende Mütter fast zum alltäglichen Straßenbild- es ist eine natürliche Sache. Und es ist überraschend, wieviel postives Feeback man sogar bekommt.
Trotzdem ist Rücksicht angesagt. Nicht jeder freut sich über den Anblick einer nackten Brust. Stillende Frauen sollen sich nicht auf Toiletten zurückziehen, sollten aber auch nicht ungehemmt ihre Brüste der Öffentlichkeit präsentieren. Hier ist nur ein wenig Diskretion gefragt.

Stillen ist das beste Picknick

Auch hier muss noch einmal erwähnt werden, wie praktisch Stillen ist. Ein hungrig schreiendes Kind im Wartezimmer oder in der Unterwäscheabteilung ist vermutlich anstrengender, als schnell anzulegen. Auch für unsere Mitmenschen.

Insgesamt 3 Kommentare:

sef schrieb am: 2015-06-06 15:50:28
Hallo, der Artikel hat eine gute Überschrift und hätte somit inhaltlich richtig toll werden können. Es ist unglaublich wie auf den sensiblen Nervenkostümen von Müttern herumgetrampelt wird! Wer in der Öffentlichkeit so etwas nicht sehen will kann weg schauen. Aber ach ja die Neugierde genau wie bei einem Unfall kann man ja nicht kontrollieren. Da muss man ja hinsehen. Auf schwächere oder geschädigte läßt sich ungeniert blicken und dumme Kommentare abgeben. Stillen MUSS ohne Einschränkung möglich sein. Es ist zum Wohl des Kindes. Keine Mutter will sich zur Schau stellen. Was machen Sie wenn Sie Hunger haben? Essen in aller Öffentlichkeit !! Es macht mich unglaublich wütend, das in der heutigen Zeit zu erleben.
MiLi schrieb am: 2015-05-17 07:53:55
Ich freue mich sehr über so viel Information und Unterstützung im Bereich des Stillens, dennoch stimme ich beim "Rücksicht nehmen" nicht ganz zu. Wenn ich ins Schwimmbad gehe und stille, es sind gut 30 Grad und ich sitze im Bikini dar, kann ich nicht unbedingt auf die Leute um mich herum Rücksicht nehmen. Abgesehen davon habe ich noch nie eine stillende Frau gesehen, welche bewusst ihre Brüste zur Schau stellt. Diese Seite unterstützt Stillende oder nicht? Durch solche Rubriken wie "Rücksicht nehmen" verliert die Seite an Charakter. Hier wird gezeigt: Stillen sie, aber sehen sie ja zu, dass niemand sie sieht. Und falls doch: Es gibt ja tolle Stillkleidung, welche diskret sind etc. Ich besitze nicht gerade ideale Stillkleidung und sehe auch nicht zu Geld für eine neue Garderobe auszugeben. Des Weiteren halte ich nichts von diesem Heck-Meck des Bedeckens mit Nuscheli etc. Das habe ich einmal gemacht. Ich ziehe es vor, zu sehen wie mein Baby trinkt ohne ständig ein Tuch heben zu müssen. Also wenn nun Stillende unterstützt werden sollen, dann bitte auch richtig ohne Kommentare, die das Stillen in der Öffentlichkeit revidieren! "Stillen Sie. Aber bitte unauffällig!" Dies hätte man genauso hinschreiben können. Meiner Meinung nach gibt es auffälligere und grenzwertigeres Verhaltensmuster anderer. Beispielsweise rauchen viele in Anwesenheit von Babys und Kindern. Ob drinnen oder draussen. Wo Kinder sind, sollte die Fluppe tabu sein! Öffentlich gibt es genug Lärm und Pöbeleien. Darüber scherrt sich niemand, respektive, es folgen keine Reaktionen, die solche Verhaltensweisen stoppen. Aber sich über eine nackte Brust ärgern. Vor allem die Aussage " Nicht jeder freut sich über den Anblick einer nackten Brust" ist grenzwertig, wenn man bedenkt, dass es nur eine Brust ist, die in jenem Moment "gezeigt wird" und das Köpfchen des Kindes diese vermehrt bedeckt. Also wenn nun unterstützt wird, dann bitte nicht mit Ermahnungen. Es steht ja auch nicht auf der Speisekarte im Restaurant: " Wir empfangen alle Gäste und heissen Sie herzlich willkommen, aber weisen Sie höflich darauf hin, sich beim Essen manierlich aufzuführen, ansonsten können sie das Lokal verlassen." So viel zur Unterstützung!
Andrea Mordasini, Bern schrieb am: 2014-09-24 23:14:01
Vielen Dank für den guten Artikel! Ich kann einfach weder nachvollziehen noch verstehen, dass man über so etwas Natürliches und Selbstverständlichen wie das (öffentliche) Stillen immer wieder diskutieren und streiten muss :(. Stillen ist doch völlig normal und ist weder eklig noch kriminell oder gar sexistisch... Ein Stillkind macht ja nichts anderes als wir Erwachsenen auch, es isst/trinkt und stillt so wortwörtlich ein Grundbedürfnis, und dies wie wir Erwachsenen auch hin und wieder im Restaurant. Na eben! Auch Babys haben doch das gleiche Recht wie alle anderen auch auswärts im Restaurant Nahrung zu sich zu nehmen! Warum also soll gerade den Jüngsten dieses Recht verwehrt werden? Ich stillte übrigens auch, zwar nur 3 Monate voll, doch auch ich liess mich deswegen nicht aus dem öffentlichen Raum verbannen. Auf Plakaten, in Werbung und Katalogen ist viel mehr nackte Haut und Busen zu sehen als beim Stillen. Wozu also dieser unnötige Aufschrei und dieses blöde Affentheater?! Sein vor Hunger weinendes Kind rasch ansetzen ist doch für alle viel angenehmer als das arme Würmchen einfach schreien zu lassen! Wie kinder- und mütterfeindlich ist es, zu verlangen, Babys auf der Toilette zu stillen?! Ich nehme mal nicht an, alljene, die von einer Mutter verlangen, Ihr Kleines auf der Toilette zu stillen, noch nie dort freiwillig selber gegessen bzw. getrunken haben. Na eben, also! Mütter, die die meiste Zeit mit ihren Kindern zusammenverbringen, haben erst recht ein Anrecht auf soziale Kontakte, auch und gerade ausserhalb der eigenen vier Wände. Und da gehört auch mal ein Restaurantbesuch inkl. Stillen dazu. Die meisten Mütter tun dies meistens so diskret, gekonnt, rasch und geschickt, dass andere kaum etwas mitkriegen und das Kind nicht allzu abgelenkt ist. Zudem bedeckt der Babykopf mehr oder weniger der ganze Busen… Ich habe schon zig stillende Mamis gesehen. Doch noch nie welche, die dies total provokant, auffällig und die ganze Brust entblössend getan hätten. Wozu also dieser unnötige Aufschrei und dieses Affentheater?! Mamis, die sich genieren auswärts zu stillen, tun dies halt eben zu Hause bzw. in einem für sie geeigneten, geschützten Rahmen oder geben ihren Kleinen die daheim abgepumpte Muttermilch auswärts im Fläschchen. Und (prüde) Nörgler, die sich doch tatsächlich ab friedlich stillenden Kleinkindern in Restaurants und allgemein im öffentlichen Raum gestört fühlen und ein Problem mit diesen haben, sollten dieses so schnell wie möglich angehen und lösen und doch bitte weg- statt hinsehen oder am besten gleich zu Hause bleiben und sicher nicht umgekehrt! Wir Mamis verzichten zwar gerne schon nur wegen unserer Kinder auf gewisse Dinge und Aktivitäten, doch wir lassen uns von niemandem vorschreiben, was wir wann, wie und wo mit unseren Kinder zu tun bzw. zu unterlassen haben. Kinder-, Kinderwagen- und Stillverbote sind provokant, kontraproduktiv, schiessen am eigentlichen Ziel vorbei, schüren bloss unnötigen Ärger, Verdruss und Anreiz und sind eine schallende Ohrfeige gegenüber Eltern und ihrem Nachwuchs. Mit etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander, etwas mehr gegenseitigem Leben und leben lassen, etwas mehr Toleranz, Akzeptanz, Rücksicht, Respekt, Offenheit und gesundem Menschenverstand auf Seiten der Kinderlosen und der Eltern wäre das Zusammenleben noch viel friedlicher und einfacher und die leidige Stilldebatte endlich ein für alle Mal vom Tisch!

Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.

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