Wer stillen will, soll stillen können!

große Brüste

Mit dem Milcheinschuss nimmt die Brust an Volumen deutlich zu

Von der Geburt zum Milcheinschuss

Die Vormilch - Das Kolostrum

Bitte erschrecke nicht, wenn die ersten Tage aus deiner Brust nichts herauskommen will, als einige Milliliter gelber Flüßigkeit und nicht literweise weiße Milch. Das ist normal. Diese gelbe Flüßigkeit nennt sich Kolostrum, oder auch Vormilch, und ist gelb, etwas dickflüßig und zäh. Es ist besonders reich an Antikörpern um dein Baby zu schützen. Schließlich war es vorher keinen Keimen ausgesetzt. Deswegen ist es sehr wichtig, dass dein Baby schon gleich nach der Geburt diese Milch bekommt. Es wirkt auch wie eine kleine Starthilfe für die Verdauung, es hilft Mikonium (Kindspech), den ersten Stuhlgang abzusetzen und schützt die Schleimhäute von Magen und Darm durch einen dünnen Filmüberzug. Das Kolostrum wird sich in den nächsten Tagen völlig verändern und zur sogennanten Übergangsmilch werden.

Bis zum Milcheinschuss

Viele frischgebackene Mamas bekommen Panik und denken, sie hätten keine Milch. Aber der "richtige" Milcheinschuss kommt erst zwei bis sieben Tage nach der Geburt. Dein Kind wird bis dahin nicht verhungern, auch wenn so manche Krankenschwester davon überzeugt ist. Der Magen eines Neugeborenen ist klein und auf viele, kleine Portionen ausgelegt. Er ist am ersten Lebenstag etwa so groß wie eine Murmel und dehnt sich erst mit der Zeit.¹ Also lass dein Baby so oft wie möglich an die Brust. Es bekommt so durch die Vormilch bis zum Milcheinschuss ausreichend Nahrung. Für eine gute Stillbeziehung gilt: Finger weg von Schnuller und Flaschen mit Pulvermilch oder Glucose! Dein Baby könnte sich an diese Art zu saugen gewöhnen und kommt mit dem Trinken an der Brust nicht mehr zurecht, weil die Saugtechnik ganze anders ist (Saugverwirrung). Leider gibt es noch medizinisches Personal, das meint ein Baby müsste ab der ersten Minute pro Mahlzeit mindestens 80 Milliliter trinken, wiegen das akribisch nach und machen damit unerfahrene Mütter unsicher und unglücklich. So entsteht sehr oft das Bild "Ich kann nicht stillen, ich habe keine Milch." Hier haben viele Krankenhäuser enormen Nachholebedarf! Durch das häufige Anlegen und intensivem (Haut-)Kontakt wird der Milcheinschuss erleichtert und einer schönen Stillbeziehung der Grundstein gelegt.

Der Milcheinschuss

Und dann kommt er, der Milcheinschuss. Und das meistens genau dann, wenn Hormone richig zu schlagen und du den ganzen Tag nur heulen möchte... Es gibt sicher Schöneres, aber das geht vorbei! Der Körper "weiß" noch nicht, wieviel Milch er bereitstellen muss und so gibt es meistens ersteinmal zu viel als zu wenig.

Jede Frau erlebt den Milcheinschuss anders: Du kannst es als sehr unangenehm empfinden oder es gar nicht merken. Aber man sollte sich darauf vorbereiten, das die Brüste schwerer und härter werden, richtiggehend prall. Das kann schmerzhaft sein, sich heiß anfühlen. Gegen Beschwerden hilft es, die Brust vor dem Stillen zu wärmen (unter der Dusche, mit dem Fön, warme Wickel etc.) und nach dem Stillen zu kühlen. Zum Kühlen sind einige Hausmittelchen sehr beliebt, z.B. Ümschläge mit (gefrorenen) Kohlblättern oder Magerquark. Eine Windel aus dem Eisfach und Tiefkühlerbsen erfüllen diesen Zweck ebenso. Pass bitte auf, das du dich nicht verkühlst und wickle gerade Tiefgekühltes mehrmals in Handtücher ein. Nach einigen Tagen pendelt sich die Milchmenge ein und die Beschwerden klingen ab. Wichtig ist, dass du trotzdem oder besser "vor allem" dein Baby regelmässig anlegst, so kann sich dein Körper auf die richtige Menge einstellen.




Insgesamt 2 Kommentare:

Saryaevin15 schrieb am: 2016-03-18 01:00:43
Hallo, der text hat mir sehr gut gefallen alles super erklârt , hâtt ich es bloss vorher entdeckt !!! :( Stille meine tochter(14mon14 tage ) immer noch fast voll zu ca80% sie ist fast nix! Trockenobst , kâse oliven banane birne bischen suppe ......aber nicht das sie davon satt wird ! Sie schlâft fast garnicht tagsüber , und nachts erst auch gegen mitternacht ? Dafür zum glück wenigstens nachts durch! Habe heute mal versucht ihr ein flâschchen zu geben , hat es verweigert, denn sie ist nur am weinen ! Dachte vllt wirds sie doch nicht satt, bin sehr verzweifelt, müde erschöpft keine krâfte mehr .... Wenn wir abstillen sollte weis ich nicht wie ! Denn sie nimmt weder schnulli noch flasche?! Und zudem finger weg vom glukose und pulver!! Muss ich sagen , das ich am ende meiner krâfte war nach der geburt !! Hatte sie sofort auf der brust ( kontakt) aber keine kraft gehabt zum stillen/anlegen!!!! Und danach sehr starken blutverlust soo das das bett voll war!! Da hat die schwester dann auch gefragt ob schnulli und glucose erlaubt ist, sagte ja:( keine kraft gehabt!! Habe aber danach gestillt!! Meine frage ist ? Den kolostrum hat meine tochter doch dann trotzdem bekommen oder ??! Weil ich ja nicht sofort angelegt habe!?? Lg tülay
mik schrieb am: 2014-03-02 15:18:05
Schön, dass es heute solche Informationen im Internet gibt! Ich begleite gerade eine Mutter mit einem Neugeborenen (Geburtshaus).Selber habe ich 4 Kinder (Hausgeburten) je ca. 10 Mon. vollgestillt und im Laufe des 2.Lj. abgestillt, easy und im Einklang und mehrere Jahre in der Stillberatung gearbeitet, das ist nun aber schon eine ganze Weile her ;O)...Ich stimme eurem Text - fast - uneingeschränkt zu und habe folgende Frage:Natürlich ist es nicht zweckmäßig, Schnuller und Fläschchen zu geben.Was macht ihr, wenn ihr folgende Situation habt:in der Anamnese eine Schwangerschaft, die kaum eine "Komplikation" ausgelassen hat (Übelkeit vom ersten bis letzten Tag > Gewichtsabnahme, Diabetes, vorzeitige Wehen mit Krankenhausaufenthalt 33. bis 35. SSW, etc...) Geburt o.k., Kind lange im Geburtskanal, hintere HHL Mutter, die viel Schlaf braucht, geschwächt durch Schwangerschaft und Geburt und dem Schreien des Neugeborenen müdes, "trinkfaules" Kind, schreien, hatte viel Fruchtwasser geschluckt, viel gespuckt, aktuell 3 Tage alt Vater, Mutter und Kind haben viel äußere Ruhe wenn der Einsatz des Schnullers (Kirsch-förmig) , von ein paar Schluck Wasser/Tee (nur letzte Nacht, 1 x), dann endlich Ruhe bringt ...Alternative sehr gerne willkommen!!! Über eine email würde ich mich sehr freuen!



Zum Nachlesen:

¹ http://www.afs-stillen.de/upload/faltblaetter/FB-2010-ErnNeugeborenes.pdf

Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.

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