Wer stillen will, soll stillen können!

kleines Baby mit Mütze schläft

Solch ein Winzling braucht Muttermilch.

Kann man Frühchen stillen?

In Deutschland kommen 9,2 % aller Kinder zu früh, also vor der 37. Schwangerschaftswoche, auf die Welt. Obwohl die Überlebensrate steigt, sind die meisten Frügeborenen gesundheitlich sehr angeschlagen. Muttermilch hilft diese Startschwierigkeiten zu überwinden.



Frühchen brauchen Muttermilch

Frühgeborene Kinder sind meistens sehr schwach und krankheitsanfällig. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie Muttermilch bekommen. Die mütterlichen Antikörper in der Milch helfen dem unausgereiften Immunsystem die Aufgaben zu bewältigen, für die es noch gar nicht bereit wäre. Die optimale Zusammensetzung lässt dein Frühgeborenes wachsen und gedeihen. Die seelischen Wunden, die eine Frühgeburt bei Mutter und Kind hinterlässt, können nur langsam heilen. Stillen hilft dabei.


Muttermilch ausreichend vorhanden

Auch nach einer zu frühen Geburt hast du Muttermilch. Rege nach der Entbindung schnellstmöglich mit einer Pumpe die Milchbildung an und pumpe in regelmässigen Abständen ab - möglichst alle 2-3 Stunden tagsüber und auch nachts mehrmals. Dein Baby sollte diese Milch bekommen! Das Kolostrum und auch später die Muttermilch kann per Fläschchen, Magensonde oder auch mit einem speziellen Becher gegeben werden. Wie gesagt, bevor du viel Milch hast, werden ein paar Tage vergehen, wenige Milliliter sind in den ersten Tagen nach der Geburt völlig normal und ausreichend.

Keine leichte Sache

Der Wunsch dein Frühgborenes zu stillen ist auf jeden Fall realisierbar, aber es ist ein schwerer und langer Weg. Zu behaupten, es wäre einfach oder problemlos, wäre schlichtweg eine Lüge. Aber es lohnt sich!
In den ersten Tagen nach der verfrühten Geburt stehen alle Eltern unter Schock, haben Angst, wissen nicht was auf sie zu kommt. Da ist es verständlicherweise sehr schwer, entspannt an einer Stillbeziehung zu arbeiten. Versuche trotzdem Ruhe zu bewahren. Du kannst die Situation nicht ändern, aber du kannst deinem Baby bestmöglich helfen und wenn das nur deine Ruhe und Entspannung ist, die dir hilft die kostbare Muttermilch zu bilden.
Es wird dir ein langer Weg bevorstehen. Wochenlanges, vielleicht sogar monatelanges Abpumpen, ein schwieriger Stillstart an der Brust und der ganze Stress zehren an den Nerven. Aber es lohnt sich wirklich. Dein Baby braucht deine Milch!


Zu schwach zum Saugen

In der Regel sind Frühchen zu schwach um an der Brust zu trinken. Deswegen wird, zunächst auf Sondennahrung oder das Fläschchen zurückgegriffen. Für zu früh Geborene ist es teilweise sehr schwer gleichzeitig zu saugen, zu schlucken und zu atmen, da wäre die Brust selber eine zu große Herausforderung. Das Saugen aus der Brust ist viel anstengender als aus der Flasche und wahrscheinlich wird dein Baby davon viel zu schnell erschöpft einschlafen, als das es seinen Bedarf gedeckt hat.


Üben, üben, üben

Wenn du dein Frühgeborenes an die Brust legst, solltest du dir bewußt sein, das ein großer Teil nicht der Nahrungsaufnahme dient, sondern auch das Saugen trainiert, Schlucken, atmen und saugen koordiniert. Wenn dein Baby nicht genügend Milch zu sich nimmt, stress dich nicht. Es ist vollkommen in Ordnung und normal. Der restliche Teil kommt dann per Sonde, Flasche oder Becher. Trotzdem lernt dein Kind so, ohne das du dich unter Druck setzen musst, an der Brust zu trinken.


Das Brusternährungsset

Eine wirklich tolle Erfindung ist das Brusternährungsset, nicht nur für Frühchen. Die abgepumpte Milch wird in einer kleinen Flasche um den Hals der Mutter gehängt. Davon gehen kleine Schläuche zur Brust, wo sie mittels Klebestreifen an der Brustwarze befestigt werden. So lernt das Kind an der Brust zu trinken ohne überfordert zu sein, weil es die Milch nur schwer heraus bekommt. Gleichzeitig wird die Brust auf natürliche Art und Weise stimuliert weiter Muttermilch zu bilden.
Besonders bei Frühchen ist das eine sinnvolle Alternative, denn oft ist die Milchbildung mit Hilfe der Pumpe etwas schwer. Deinem Baby wird es viel leichter fallen irgendwann ausschließlich von der Brust zu trinken.


Hilfe holen!

Das Thema Frühchen-Stillen ist ein unglaublich komplexes Thema und man kann ihm mit einer Internetseite nicht gerecht werden und höchstens als kleine Anregung gesehen werden. In der Praxis ist es als unerfahrene Mutter sehr, sehr schwer ohne Hilfe eine schöne Stillbeziehung entwickeln zu können. Eine Stillberaterin und geschultes Krankenhauspersonal wird dich unterstützen, kann auf Probleme individuell eingehen und vorallem motivieren.


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Achtung: Diese Seite ersetzt keinen ärztlichen Rat, sondern gibt nur allgemeine Hinweise.

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